Die ADZ berichtet: Waldorf in Holzmengen

Eine Schülergruppe aus Würzburg legt Hand beim Ausbau des Jugendzentrums an

Von: Andrey Kolobov

Freitag, 14. Juni 2013

Viele Hände, schnelles Ende – der vertrocknete Baum wurde von den Waldorfschülern entfernt. Foto: Privat

Viele Hände, schnelles Ende – der vertrocknete Baum wurde von den Waldorfschülern entfernt. Foto: Privat

Hermannstadt – Seit zwei Wochen arbeiten und wohnen 21 Schüler aus Würzburg im Europäischen Jugendbegegnungszentrum „Kirchenburg Holzmengen“. Die Jugendlichen besuchen die 11. Klasse der Freien Waldorfschule Würzburg und absolvieren in Rumänien das im Schulprogramm eingebundene dreiwöchige Praktikum.

„Normalerweise ist es ein Sozialpraktikum, das in Behinderteneinrichtungen oder in einem Altenheim durchgeführt wird“, erzählt der Lehrer Joachim Nikolaus. Durch die Begegnungen und Erfahrungen während des Praktikums soll die eigene Persönlichkeit erweckt sowie das Nachdenken über die Werte des Menschseins angeregt werden.

Nikolaus, der in Hermannstadt/Sibiu studiert und am pädagogischen Lyzeum gearbeitet hat, bringt bereits zum dritten Mal jeweils Elftklässler nach Holzmengen/Hosman. Der erste Besuch einer Schülergruppe erfolgte 2005. Die Gruppe, die im vergangenen Jahr in der Kirchenburg gearbeitet hat, kam heuer aus eigenem Antrieb wieder.

Das Hauptanliegen dieser Reisen stellt die tägliche Arbeit – sechs Stunden pro Tag – dar. Die Jugendlichen bauen das alte Backhäuschen am Eingang zum Pfarrhof wieder auf, haben den Boden der alten Scheune gepflastert, die zum Begegnungsort im Freien umgestaltet wurde, und arbeiten an der Drainage, welche die Scheune vor dem aus dem höher gelegenen Garten abfließenden Regenwasser schützen soll. Alle Baumaßnahmen stehen unter der fachmännischen Leitung von Diplomrestaurator Ştefan Vaida.

Ein zweites Ziel, das Lehrer Nikolaus verfolgt, ist das Korrigieren des Bildes, welches die meisten Deutschen vom „Osten“ haben. Dies scheint gut zu klappen, weil ein vierter Besuch aus Würzburg für das kommende Jahr geplant ist. Unterstützt wird das Vorhaben des ehemaligen Hermannstädters durch die Eltern, die nicht nur die Kosten der Reise ihrer Zöglinge tragen, sondern sogar als Betreuer mitkommen, wie das heuer die Mutter eines Schülers getan hat.

 

 

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